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Software & SCADA2. Juni 2026

Vorausschauende Wartung: Mit dem Sensor ist es nicht getan

Einen Schwingungssensor zu kaufen ist leicht. Schwer ist die Entscheidung, an welcher Maschine, mit welchem Grenzwert und wer den Alarm liest. Warum haben Projekte, die klein anfangen, öfter Erfolg?

Simbiosis Engineering-Team6 Min. Lesezeit

SchwingungStromTemperaturgelernter Normalzustand!WartungsauftragMotor 37 · Lager100 MOTOREN · NICHT ALLE GLEICH5 KRITISCHE · STEHT EINER, STEHT DIE LINIESCHWINGUNG · STROM · TEMPERATUR
01/04100 Motoren

„Vorausschauende Wartung“: in zwei Worten erklärt, in zwei Jahren aufgebaut. Die meisten Projekte, die mit einem Sensorkatalog beginnen, enden im dritten Monat mit „Zu viele Alarme, wir haben sie abgeschaltet“. Wir fangen andersherum an: Welche Maschine bringt die Linie zum Stehen, wenn sie ausfällt?

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Erst die kritische Anlage, dann der Sensor

Hat ein Werk hundert Motoren, sind vielleicht fünf kritisch: Fällt einer aus, steht die Produktion; es gibt keinen Ersatz, und die Reparatur dauert Wochen. Vorausschauende Wartung beginnt mit diesen fünf. Für die übrigen fünfundneunzig reicht die regelmäßige Wartung; Sensoren wären dort Verschwendung. Projekte, die ohne diese Unterscheidung starten, verlieren sowohl das Budget als auch das Interesse der Bediener.

Die Entscheidung vor dem Sensor

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100 Motoren

Ein Werk kann hundert Motoren haben; sie sind nicht alle gleich.

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5 kritische Anlagen

Die fünf, deren Ausfall die Produktion stoppt, für die es keinen Ersatz gibt und deren Reparatur Wochen dauert. Mit ihnen beginnt vorausschauende Wartung.

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Drei Signale

Schwingung verrät Lager und Unwucht, Strom Last und Reibung; die Temperatur meldet sich spät, aber zuverlässig.

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Normal und Abweichung

In den ersten Wochen wird nur gemessen und für jede Maschine ihr eigener Normalzustand ermittelt. Eine Abweichung wird zum Wartungsauftrag für die Instandhaltung.

kritische Maschinen zum Einstieg
0kritische Maschinen zum Einstieg
Signale: Schwingung, Strom, Temperatur
0Signale: Schwingung, Strom, Temperatur
Wochen lang zuerst nur messen
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Welches Signal?

An rotierenden Anlagen sind Schwingung und Motorstrom die zwei aussagekräftigsten Signale. Die Schwingung erzählt von Lagern und Unwucht, der Strom von Last und mechanischer Reibung. Die Temperatur meldet sich spät, ist aber günstig und zuverlässig. Wir erfassen meist alle drei zusammen; mit nur einem Signal zu entscheiden ist, als wollte man mit einem Auge Entfernungen schätzen.

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Grenzwert oder Modell?

Alle wollen maschinelles Lernen; den meisten Werken genügt ein sauber gesetzter Grenzwert. Aber der Grenzwert kann nicht fest sein: Ändert sich die Last der Maschine, ändert sich auch die Schwingung. Unser Ansatz: die ersten vier bis sechs Wochen nur messen, für jede Maschine je Betriebszustand ihren eigenen Normalzustand ermitteln und erst dann bei Abweichung alarmieren. Es gibt Fälle, die ein Modell brauchen (etwa langsam fortschreitende Lagerschäden), aber dorthin geht man erst, wenn der Grenzwert richtig sitzt.

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Wer liest den Alarm?

Die am häufigsten übersprungene Frage. Blinkt ein Alarm auf einem SCADA-Bildschirm und die Instandhaltung steht nicht davor, gibt es keinen Alarm. Ein Alarm, der nicht im System für Wartungsaufträge (oder zumindest auf dem Handy des Instandhaltungsteams) landet, wird zum Eintrag, nicht zur Maßnahme. Der Softwareteil der vorausschauenden Wartung besteht weniger im Algorithmus als darin, genau diesen Ablauf aufzubauen.

Strahlanlage von Simbiosis
Eine der Strahlanlagen, die wir selbst bauen.
  • Beginnen Sie mit fünf kritischen Maschinen; erweitern Sie innerhalb von sechs Monaten.
  • Lösen Sie in den ersten Wochen keine Alarme aus; messen Sie nur und lernen Sie den Normalzustand kennen.
  • Jeder Alarm braucht einen Verantwortlichen und einen zugehörigen Wartungsauftrag.
  • Halten Sie Sensordaten am selben Ort wie die Produktionsdaten (Schicht, Produkt, Geschwindigkeit); dort liegt meist der Grund für eine Abweichung.

Stehen Sie vor einem ähnlichen Problem?

Was wir schreiben, stammt aus dem, was wir vor Ort sehen. Beschreiben Sie Ihre Linie, und wir überlegen gemeinsam, wo man ansetzt.

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