„Vorausschauende Wartung“: in zwei Worten erklärt, in zwei Jahren aufgebaut. Die meisten Projekte, die mit einem Sensorkatalog beginnen, enden im dritten Monat mit „Zu viele Alarme, wir haben sie abgeschaltet“. Wir fangen andersherum an: Welche Maschine bringt die Linie zum Stehen, wenn sie ausfällt?
Erst die kritische Anlage, dann der Sensor
Hat ein Werk hundert Motoren, sind vielleicht fünf kritisch: Fällt einer aus, steht die Produktion; es gibt keinen Ersatz, und die Reparatur dauert Wochen. Vorausschauende Wartung beginnt mit diesen fünf. Für die übrigen fünfundneunzig reicht die regelmäßige Wartung; Sensoren wären dort Verschwendung. Projekte, die ohne diese Unterscheidung starten, verlieren sowohl das Budget als auch das Interesse der Bediener.
Die Entscheidung vor dem Sensor
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100 Motoren
Ein Werk kann hundert Motoren haben; sie sind nicht alle gleich.
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5 kritische Anlagen
Die fünf, deren Ausfall die Produktion stoppt, für die es keinen Ersatz gibt und deren Reparatur Wochen dauert. Mit ihnen beginnt vorausschauende Wartung.
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Drei Signale
Schwingung verrät Lager und Unwucht, Strom Last und Reibung; die Temperatur meldet sich spät, aber zuverlässig.
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Normal und Abweichung
In den ersten Wochen wird nur gemessen und für jede Maschine ihr eigener Normalzustand ermittelt. Eine Abweichung wird zum Wartungsauftrag für die Instandhaltung.
- kritische Maschinen zum Einstieg
- 0kritische Maschinen zum Einstieg
- Signale: Schwingung, Strom, Temperatur
- 0Signale: Schwingung, Strom, Temperatur
- Wochen lang zuerst nur messen
- 0-6Wochen lang zuerst nur messen
Welches Signal?
An rotierenden Anlagen sind Schwingung und Motorstrom die zwei aussagekräftigsten Signale. Die Schwingung erzählt von Lagern und Unwucht, der Strom von Last und mechanischer Reibung. Die Temperatur meldet sich spät, ist aber günstig und zuverlässig. Wir erfassen meist alle drei zusammen; mit nur einem Signal zu entscheiden ist, als wollte man mit einem Auge Entfernungen schätzen.
Grenzwert oder Modell?
Alle wollen maschinelles Lernen; den meisten Werken genügt ein sauber gesetzter Grenzwert. Aber der Grenzwert kann nicht fest sein: Ändert sich die Last der Maschine, ändert sich auch die Schwingung. Unser Ansatz: die ersten vier bis sechs Wochen nur messen, für jede Maschine je Betriebszustand ihren eigenen Normalzustand ermitteln und erst dann bei Abweichung alarmieren. Es gibt Fälle, die ein Modell brauchen (etwa langsam fortschreitende Lagerschäden), aber dorthin geht man erst, wenn der Grenzwert richtig sitzt.
Wer liest den Alarm?
Die am häufigsten übersprungene Frage. Blinkt ein Alarm auf einem SCADA-Bildschirm und die Instandhaltung steht nicht davor, gibt es keinen Alarm. Ein Alarm, der nicht im System für Wartungsaufträge (oder zumindest auf dem Handy des Instandhaltungsteams) landet, wird zum Eintrag, nicht zur Maßnahme. Der Softwareteil der vorausschauenden Wartung besteht weniger im Algorithmus als darin, genau diesen Ablauf aufzubauen.

- Beginnen Sie mit fünf kritischen Maschinen; erweitern Sie innerhalb von sechs Monaten.
- Lösen Sie in den ersten Wochen keine Alarme aus; messen Sie nur und lernen Sie den Normalzustand kennen.
- Jeder Alarm braucht einen Verantwortlichen und einen zugehörigen Wartungsauftrag.
- Halten Sie Sensordaten am selben Ort wie die Produktionsdaten (Schicht, Produkt, Geschwindigkeit); dort liegt meist der Grund für eine Abweichung.