Ein SCADA-Projekt ist technisch nicht schwierig; es verlangt Disziplin. Die Fehler, die wir über die Jahre in ganz unterschiedlichen Anlagen gesehen haben, sind erstaunlich gleich. Die folgenden Punkte stammen aus den Regeln, die wir uns beim Aufbau des SCADA-Systems für eine Kläranlage selbst gesetzt haben.
Wie ein SCADA-Bild aufgeräumt wird
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400 Signale
Jedes Signal der Anlage auf dem Hauptbild. Der Bediener sieht keines davon.
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Hauptbild
Der Zustand des Prozesses und das, was gerade einen Eingriff verlangt; Details einen Klick tiefer. Die Pumpen laufen im Wechselbetrieb.
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Alarmprioritäten
Pumpenstörung rot und akustisch, Füllstandswarnung gelb, Informationen nur ins Protokoll. Jeder Alarm hat eine Aufgabe.
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Redundanz
Der Server fällt eines Tages aus. Der redundante Server übernimmt; historische Daten, Rezepturen und Alarmhistorie bleiben erhalten.
1. Alles auf den Bildschirm packen
Wir haben Projekte gesehen, die bei 400 Signalen in der Anlage alle 400 auf das Hauptbild gelegt haben. Der Bediener sieht keines davon. Auf das Hauptbild gehören der Zustand des Prozesses und das, was gerade einen Eingriff verlangt; Details einen Klick tiefer. In der Kläranlage zeigt das Hauptbild den Zustand von Pumpen und Becken; Durchflusskurven und Motorströme liegen auf einer eigenen Seite. Was die Reaktionszeit des Bedieners verkürzt hat, waren nicht mehr Informationen, sondern weniger.

2. Die Alarmliste auf den letzten Tag verschieben
Sind Alarme nicht priorisiert, schlagen alle gleichzeitig an, und der Bediener schaltet sie alle stumm. Eine Woche später ist der Alarmbildschirm eine Liste, auf die niemand mehr schaut. Wir gestalten Alarme mit Priorität, Verzögerung und Gruppenlogik: Pumpenstörung rot und akustisch; Füllstandswarnung gelb; reine Informationsmeldungen gehen nur ins Protokoll. Einen Alarm, für den es keine Antwort auf die Frage „Was genau tut der Bediener, wenn dieser Alarm anschlägt?“ gibt, nehmen wir nicht in die Liste auf.
3. Berichte vom Bediener erwarten
Werden gesetzliche und betriebliche Berichte von Hand in Excel eingetragen, produzieren Sie Fehler und Überstunden zugleich. Berichtswesen ist Aufgabe des SCADA: Tages-, Schicht- und Monatsberichte laufen zeitgesteuert und gehen bei Bedarf per E-Mail raus. Dass das gesetzliche Berichtswesen in der Kläranlage vollständig automatisch läuft, war der Teil des Projekts, den die Bediener am meisten geschätzt haben, mehr noch als die Bildschirme.
4. Pumpen nur ein- und ausschalten
Pumpen machen den Großteil der Stromrechnung einer Anlage aus. Kann das SCADA nur Start und Stopp, wird eine Chance verschenkt. Eine Logik, die Pumpengruppen nach Füllstand, Bedarf und Tarif im Wechsel und effizient fährt, ist in der Software ein paar Tage Arbeit; auf der Rechnung ein dauerhafter Unterschied. Wir sehen das nicht als „Zusatzfunktion“ des SCADA, sondern als seinen Kern.
5. Netzwerk und Datensicherung auf „später“ verschieben
Läuft der SCADA-Server auf einer einzigen Maschine, fällt diese Maschine eines Tages aus. Historische Daten, Rezepturen und Alarmhistorie sind dann weg. Serverredundanz, Datenbanksicherung und die Trennung des OT-Netzes vom IT-Netz gehören am ersten Tag in den Projektumfang. Ebenso der IP-Plan: Jede Stunde, die vor Ort mit der Frage „Welche IP hatte dieses Gerät noch mal?“ vergeht, ist die teuerste Stunde des Projekts.
Gutes SCADA ist SCADA, das auch dann funktioniert, wenn der Bediener nicht auf den Bildschirm schaut.